Ausgangsort: Mels/Weißtannenstr. (845 m)
Anfahrt: A 13 Ausfahrt Sargans – Mels – weiter ins Weißtannental  –  Ca. 500 m nach dem Kurhaus Waldheim kommt auf der rechten Seite ein kleiner Parkplatz.  Man kann hier auf einem schmalen Weg losgehen. Normalerweise fährt man noch etwas weiter und startet beim Güterweg, der aufwärts Ri. Ebenwald Alpe/Vermii Alpe führt. Es gibt hier am Straßenrand Parkpaltz für mehrere Autos.
Zeit: 3:00 Std.
Höhenunterschied: 1465 m
Schwierigkeit: mittel
Lawinengefahr: mittel
Frequenz: mittel
Jahreszeit: 12 – 03

Kurzbeschreibung

Das war wieder einmal eine geniale Tour, bei der alles gepaßt hat. Ein wunderschöner Gipfel, tief verschneite Berge, wolkenloser Himmel und traumhafte Abfahrtshänge im besten Pulver. Man muß viele Skitouren machen, bis man einmal so perfekte Verhältnisse hat. Nur der Schneeschuhgänger hat das Bild ein wenig getrübt. Ich glaube, ich werde von denen verfolgt. Bei meiner letzten Tour bin ich schon von einem vereisten Schneeschuhloch ins nächste getorkelt, und jetzt schon wieder. Die können aber auch Löcher machen. Da würde jeder Maulwurf neidisch. Bei steilen Querungen war manchmal die ganze Spur nach unten ausgebrochen. Richtig unangenehm zu gehen. Meistens kehren Schneeschuhgänger bald einmal um. Aber der nahm oft richtig steile Abkürzungen. Da wußte ich: Der ist gut. Der geht bis ganz hinauf. Da gibt’s kein Entrinnen. Glücklicherweise habe ich ihn noch vor dem Gipfel eingeholt. So konnte ich wenigstens die letzten Meter zum Gipfel gemütlich in einer schönen Skispur genießen. Nicht, daß ich etwas gegen Schneeschuhgänger hätte – falls ich etwa diesen Eindruck erweckt haben sollte. Da bin ich tolerant. Im Leben ist alles Zufall. Wäre ich zu einer anderen Zeit, an einem anderen Ort geboren worden, vielleicht wäre ich heute auch einer. Die können auch nichts dafür. Trotzdem halt ich’s in der Beziehung mit dem Florianiprinzip. Mir ist lieber, sie machen anderen die Spur kaputt, nicht mir.

Auf den letzten Metern zum Gipfel habe ich noch ein paar andere Skitourengänger gesehen, die sich für die Abfahrt bereit machten. Da habe ich noch einmal Gas gegeben. Ich wußte, daß man für die Abfahrt zuerst eine kleine Felsstufe abklettern muß, und ich wußte auch, weil ich mich gut kenne, daß ICH die Stelle allein sicher nicht finden würde. Als ich oben ankam, waren sie aber schon weg. Ich schaute mich um. Die waren nirgends zu sehen. Ich folgte den Spuren, sofern man sie in dem abgeblasenen Gelände erkennen konnte. Nichts. Die waren wie vom Erdboden verschluckt. Erst als ich ein paar Stimmen unter mir hörte, entdeckte ich ein paar Fußtritte, die am Ende einer Wechte, bei einem Felsblock buchstäblich ins Nichts zu führen schienen. Ich schaute über die Wechte: Tatsächlich da standen sie, und zu ihren Füßen die herrlichsten Pulverschneehänge. Den Einstieg hätte ich alleine wirklich nicht gefunden. Nie im Leben wäre ich auf die Idee gekommen, daß man da runter gehen kann. Ich fand den Abstieg mit dem ganzen unhandlichen Zeugs –  Skier in der Linken, Stöcke in der Rechten – schon etwas unangenehm. Aber es hat sich gelohnt. Es folgte eine traumhafte Abfahrt bis zur Unteren Vermii Alpe. Ab der Vermii Alpe war der Abfahrtsspaß dann leider vorbei.Die letzten 600 Höhenmeter legt man überwiegend auf einem Güterweg zurück.

Streckenbeschreibung

Man beginnt auf einem mäßig steilen Forstweg. Wenn es wenig Schnee hat, legt man bis zur Ebenwald Alpe den größten Teil des Weges auf diesem zurück. Dann ist der Weg ein richtiger Hatscher. Ich habe bisher, weil ich stets bei sehr wenig Schnee dort war, nur diesen Weg gekannt. Diesmal aber konnte man auf dem Wanderweg durch den Wald hochsteigen. Dieser Weg führt ständig ansteigend – manchmal sogar richtig steil – aufwärts zur Ebenwald Alpe (1411 m; 1). Ich kann mir vorstellen, daß, wenn die Spur richtig glatt ist, die steileren Abschnitte sehr mühsam zu gehen sein werden. Der Weg ist nämlich so schmal, daß man die Steigung zwangsläufig „machen“ muß.  So was wie auch nur der Ansatz einer Kehre geht sich da nicht aus.
Bei der Ebenwald Alpe bleibt man etwas oberhalb der Wirtschaftsgebäude und erreicht bald einen Güterweg. Hier teilen sich die Weg zu Garmil und Gamidaur. Für den Garmil geht man gerade hoch, für den Gamidaur rechts auf den Güterweg. Auf diesem geht man nun wenig ansteigend zum großen Vermii Karboden/Untere Vermii Alpe (4). Zu Beginn des Karbodens – man geht nicht ganz bis zu den Alphütten – auf rechten Rücken und auf diesem durch anfänglich lichten Wald über die Baumgrenze. Felsige Rücken werden knapp rechts umgangen. Man gelangt so mit Skiern bequem bis zum höchsten Punkt (2).

Abfahrt

a) Schönste Variante: Ca. 30 m östlich des Gipfels über kleine Felsstufe (ca. 20 Hm) auf einen Rücken und über freie schöne Hänge abwärts Richtung Ober Vermii (1878 müA). Bei ca. 1820 müA nach links zur Aufstiegsspur und auf Aufstiegsspur zurück zum Ausgangspunkt. Der Abstieg über die Felsstufe ist heikel. Für Leute, die in steilem Gelände etwas unsicher sind, ist die Mitnahme eines 20 m Seils für den Abstieg empfehlenswert. Ansonsten ist es gar nicht schlecht, wenn man die Skier auf den Rucksack bindet, damit man zumindest die Hände frei hat.
b) Zurück über Aufstiegsspur (oft verblasen, dann steinig, Querungen teils lawinengefährlich).
c) Auf Aufstiegsspur zurück in ein kleines Joch unter dem Gipfelaufbau (ca. 2150 müA). Dann über anfänglich steilen Hang ins Tälchen westlich der Ober Vermii Alpe. Bei ca. 1820 müA nach links Richtung Aufstiegsspur.