Trailrun
Ausgangsort:
Schnepfau (760 m)
Höchster Punkt: 1834 m
Anfahrt: Durch den Bregenzerwald über Mellau nach Schnepfau und weiter Ri. Schnepfegg. Am nordöstlichen Rand von Schnepfau, bei der ersten Kehre Ri. Schnepfegg, gibt es einen Parkplatz mit Wegweiser zu den Klettersteigen.
Länge: 12,5 km
Höhenunterschied:
1150 m
Zeit: 3:45 Std.

 

Klettersteige
Am Ausgangspunkt zum Trailrun befindn sich zwei schöne schwierige Klettersteige, die wir vor dem Lauf noch mitgenommen haben. Nähere Infos dazu andernorts bei „tourenspuren“.

Klettersteig + Hischberg-Schneetrailrun

Es ist jetzt kurz vor dem Winter und die Traillaufsaison für lange Läufe ist eigentlich vorbei.

Nach 3 Wochen Erholung hatte ich mich vom Luzernmarathon erholt und mich reizte noch was Besonderes. Da kam mir die Idee vom Klettersteig im Bregenzerwald bei Schoppernau. Da der Anfahrtsweg ca. 45 min dauert und der Klettersteig nach einer Stunde erledigt ist, wären wir nach 2.5h wieder zuhause. Das ist zu kurz! Na dann könnte man doch einfach noch einen Lauf dranhängen. Nach einem Blick auf die Wanderkarte stand die Laufstrecke fest. Direkt neben dem Klettersteig verläuft ein Wanderweg Richtung Hirschberg – das rentiert sich jetzt. Termin ausmachen und los geht’s.

Thijs, mit ihm kann ich bei solchen Sachen immer rechnen, kam trotz Schlechtwetter mit (es hat Nebel, um die 4Grad Celsius und alles ist nass).

Egal, wir hatten gute rutschfeste Schuhe und genügend Kraft, einen so anspruchsvollen Klettersteig zu bewältigen. Das Beste an dem Wetter ist, wir haben den ganzen Klettersteig für uns alleine. Wir nahmen im Aufstieg den schwierigeren Teil (Schwierigkeitsgrad D/E) – er heißt „Abendrot“ – und im Abstieg den etwas leichteren (Stufe D) den „Wälder-Klettersteig“. Es war echt schwierig, da der ganze Fels nass und rutschig war. Dazu kam, dass das Stahlseil immer wieder mit einer Schicht von gefrorenem Eis überzogen war. Dort, wo der Felsen überhängend ist, besprühte uns das Wasser ständig. Da Thijs viel Respekt vor diesem Klettersteig und den schwierigen Verhältnissen hatte, kehrte er um. Ich war zwar überrascht, aber besser so, als wenn er mittendrin ohne Kraft im Klettersteig hängt und nicht vor und zurück kann. Ich kletterte weiter rauf und nahm den anderen Steig runter. Früher war ich immer ohne kurze Bandschlinge mit Karabiner unterwegs. Aber bei diesem Klettersteig sollte man das unbedingt mit dabei haben. Man ist dann einfach gut gesichert. Außerdem kann man sich ausruhen und nebenbei Fotos schießen. Thijs zeigte mir noch einen Trick mit der Bandschlinge, wie man sich bei Querpassagen gut seitwärts ziehen kann, ohne dass man sein ganzes Körpergewicht halten muss.

Zurück beim Auto wechselten wir in die Laufkleidung und los geht’s- aufwärts.

Jetzt heißt es 1150Hm und 12,5km laufen. Der Weg geht südlich vom Hirschberg rauf. Ich habe extra die Güterwege für den Aufstieg gewählt, damit man alles durchlaufen kann. Wir mussten lange im Nebel joggen (ca. 300Hm). Bei „Untergiblen“ (1300m) bogen wir rechts in einen Pfad, der nach oben führt, ab. Jetzt mussten wir im Schnee spuren. Man konnte den Weg leicht erkennen, da er ca. 1m breit und horizontal ist. Endlich lichtete sich der Nebel und wir konnten langsam das Blau durchscheinen sehen. Plötzlich sahen wir weiter vorne einen Hang, den die Sonne anschien, einfach wunderschön. Glücklich, endlich aus dem Nebel zu kommen, liefen wir auf die Sonnenhänge zu. Auf den Südhängen waren bereits viele Schneerutsche runtergekommen. Zum Teil sah man sogar apere, trockene Grashänge. Das nützen wir für eine Abkürzung direkt zum Gipfel. Es war allerdings sehr, steil (sicher um die 48Grad). Kurz vor dem Gipfel waren wir wieder im tiefen Schnee., Ich spurte jetzt. Der Schnee ging mir teilweise bis zu den Oberschenkeln. Ich stapfte weiter, kam aber nur sehr langsam vorwärts. Der Gedanken ans Umkehren kam auf, da es schon ziemlich spät war und wir keine Stirnlampe dabei hatten.

Plötzlich sah ich in nicht mehr allzu grosser Entfernung das Gipfelkreuz – das schafften wir dann doch noch! Kaum zu glauben, was in einem vorgeht, wenn man nach solchen Strapazen oben ankommt – das kennt ihr sicher auch. Der Berg ist zwar nicht so hoch, aber die Aussicht rundherum ist sagenhaft. Viele bekannte Gipfel reihen sich in alle Himmelsrichtungen. Nach unzähligen Fotos liefen wir talwärts. Im Schnee abwärts rennen ist auch so eine Sache für sich aber doch ein bisschen leichter als aufwärts. Die Serpentinen schnitten wir immer ab, was zwar Strecke sparte, aber Kraft brauchte. Auf dem Nebelmeer sahen wir den Schatten der Kanisfluh – einfach genial. Bald darauf tauchten wir wieder in den dichtem Nebel ein. Es ging noch einmal leicht aufwärts, dann plötzlich ist der Weg zu Ende – Sackgasse. Wir liefen zurück und sahen 4-5m unter uns einen Wegweiser mit einem weißen Zettel drauf auf dem „kgasse“ stand. Endlich waren wir wieder auf dem richtigen Weg und hatten auch den Nebel wieder ober uns gelassen. Jetzt war es nur noch ein Katzensprung bis zum Auto – viel Zeit hätten wir nicht mehr übrig gehabt, denn es dämmerte schon. Uns fiel ein Stein vom Herzen, dass alles gut gegangen ist. Glücklich, aber müde fuhren wir nach Hause.

Bei jeder dieser Touren merke ich wie ich lebe und spüre mich selber, dafür lohnt sich die Anstrengung..