Ausgangsort: Malbun (1600 m)
Zielort: Gargellen (1423 m)
Länge: 41.5 km
Zeit: 10:40 Std.
Höhenunterschied: 2600 m
Datum: September 2012
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Beschreibung

Auf der Website meines Freundes Mark (super gsi) habe ich erstmals von dem Trail-Run quer durch den Rätikon gelesen: an einem Tag von Malbun bis nach Gargellen, 45 Kilometer durch eine der faszinierendsten Gebirgsregionen Vorarlbergs. Die Idee setzte sich in meinem Kopf fest und konnte nur noch beseitigt werden, indem ich nach Malbun fuhr, meine Jogging-Schuhe anzog und einfach losrannte. Da es sich zu zweit besser läuft als allein, schaute ich mich nach einem zweiten „Verrückten“ um. Ich mußte nicht lange suchen. Allerdings war es kein „Verrückter“ sondern eine „Verrückte“ – und zwar eine Laufverrückte. Manu liebt Laufen, ganz besonders, wenn es ganz lang geht. Deshalb brauchte es nicht viel Überredungskunst. Geplant war die Tour mitte August, leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Somit fixierten wir einen neuen Termin, anfang September. Um 7:00 Uhr ging es mit dem Auto ab nach Malbun. Kurz vor 8:00 Uhr stiegen wir in Malbun aus dem Auto. Die Aussentemperatur war nicht gerade hoch. Doch das sollte sich ändern. Schon wenige Minuten, nachdem wir losgerannt waren, tropfte der Schweiß, obwohl die Sonne erst ganz zaghaft über die unzähligen Berggipfel blickte. Das konnte ja noch eine heiße Angelegenheit werden.
Unsere erste kurze Pause ( ca. 5 Min. ) machten wir auf der Pfälzerhütte. Rasant ging es weiter bis zur Schesaplanahütte. Da nochmals eine ca. 10 minütige Pause mit einem kleinen Snack ( Bananen… ) und einem Kurzbesuch auf dem stillen Örtchen…. Ca. 18 km hatten wir hinter uns. Langsam merkte man, wie die Beine müder wurden.
Am Öfenpass dann nochmals eine kurze Rast. Danach ging es abwärts zur Lindauerhütte. Mittlerweile machten sich Oberschenkel und Knie schon recht deutlich bemerkbar, als wollten sie mich nochmals darauf aufmerksam machen, daß ich eigentlich ein Biker bin, und sie von dieser Abwärtslauferei auch wirklich gar nichts hielten.
Bei der Lindauerhütte endlich eine „lange“  Pause – 20 Minute! Das konnte nicht schaden, denn danach kam die „Schlüsselstelle“ unseres Laufs, der Bilkengrat, ein fast senkrechter Weg, so schien es mir, der unheimlich viel Kraft und Energie kostete. Soviel, daß ich bei der Tilisunahütte nicht einmal mehr Hunger spürte. Es schien, als würde mein Körper nicht mehr weiter wollen. Aber ich schon! NO SURRENDER!
Weiter ging’s zum Sarotlajoch. Von da an nur noch bergab. Aber das hatte es in sich. Meine Beine gaben nochmals überdeutlich zu erkennen, daß sie sich nun ein Bike wünschten – und viel, sehr viel Ruhe. Von den Oberschenkeln bis zu den Zehenspitzen schmerzte einfach alles..

Und dann endlich!  Nach knapp 11 Std. sind wir an unserem Ziel, in Gargellen, angekommen. Das Glücksgefühl ließ die Schmerzen wie von Zauberhand davon fliegen….
Und kaum waren die Schmerzen weg, waren neue Pläne da. „Nächstes Jahr“, meinte Manu, „machen wir das noch einmal, dieselbe Strecke. Aber dann in 8- 9 Stunde!“
Ich freu mich schon!

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