Start: Schoppernau/Talstation Diedamskopf 840m
Ziel: Biberacher Hütte 1845m
Länge: 70 km
Zeit:  9 Stunden
Höhenunterschied: 3450m
Trailanteil: 70% Trail
Schwierigkeit bergauf: schwer
Schwierigkeit bergab: mittel – schwer (S2 – S3)
Beste Jahreszeit: Juni – Oktober
Akku: 2-3x (Lademöglichkeit Biberacher H., Alpe Laguz,…)
Einkehrmöglichkeit:
Biberacher Hütte
Alpe Laguz

Kurzbeschreibung

Großartige, schwierige Rundtour. Diese Runde zählt mit Sicherheit zu Vorarlbergs Top-Biketouren. Anfänger sollten allerdings die Finger davon lassen. Nach einer ruhigen Anfahrt auf Asphalt geht es wirklich steil aufwärts zur Biberacher Hütte, wo gleich die nächste Schwierigkeit, der Fußweg zur Iscarnei Alpe, folgt. Auf den folgenden 1,5 Kilometern kann man noch einiges fahren (gefährliches Extrem-Trial), danach trägt/schiebt man ca. 20 Minuten abwärts zur Iscarnei Alpe, wo wieder ein Güterweg beginnt. Mit herrlichen Ausblicken geht’s nun abwärts ins Metzgertobel und weiter nach Buchboden. Von Buchboden fährt man ein langes Stück auf Asphaltstraßen nach Faschina. Von Faschina kann man entweder auf der Asphaltstraße oder – schöner – auf einem Güterweg über die Alpen Bödmen, Gumpen, Schneeloch nach Au abfahren.

Streckenbeschreibung

km 0,0, Hm 840: Schoppernau/Talstation Diedamskopfbahn:
Auf der Hauptstraße Ri. Schröcken.

km 8,3, Hm 1110: Bushaltestelle Schröcken/Landsteg (zwischen den Galerien)
Rechts auf Güterweg Ri. Biberacher Hütte. Kurz abwärts, über die Bregenzerach und nach kurzem
Anstieg gleich wieder rechts über Brücke. Der Weg führt nun stets dem Schandelsbach folgend
zum Schadonapaß und weiter zur Biberacher Hütte. (Sehr steil bis km 9,4!)

13.9 km | 1845 Hm: Biberacher Hütte
Wenige Meter vor der Biberacher Hütte rechts auf den Fußweg zur Iscarnei Alpe. Der Weg führt die ersten 1,4 km fast flach einem Hang entlang. Dieser Abschnitt ist größtenteils befahrbar (gefährlich). Danach auf Fußweg ca. 20 min abwärts zur Iscarnei Alpe tragen/schieben.

16.3 km | 1485 Hm: Untere Iscarnei Alpe
Auf Güterweg abwärts ins Metzgertobel und bei Einmündung in querverlaufenden Güterweg (km 19,1) auf diesem rechts (flußabwärts) nach Buchboden.

24.4 km | 910 Hm: Buchboden
Auf Autostraße nach Faschina

34.5 km | 1485 Hm: Faschinajoch
Gegenüber der Staffelalp-Bahn (bei „Lari-Fari“) nach rechts auf Kiesweg und abwärts Ri. Bödmen/Gumpen/Au. Bei der Äußeren Bödmen Alpe (nach 3,5 km) aufwärts Ri. Gumpen/Au. In der Folge Beschilderung Ri. Au folgen.

46.5 km | 850 Hm: Furkapaßstraße
Bei Einmündung in asphaltierte Furkapaßstraße auf dieser rechts abwärts. Nach 1,4 km, bei Raiffeisenbank, rechts, am Gemeindeamt vorbei Ri. Schwimmbad. Bei der Brücke, knapp vor Erreichen der Hauptstraße, rechts auf Radweg und diesem folgend zurück zum Ausgangspunkt.

50.5 km | 840 Hm: Schoppernau

Variante Zafern Alpe (Die Tour wird immer noch schöner und anstrengender!)
Der Asphaltanteil kann bei dieser Runde noch etwas abgekürzt werden, wenn man ca. 1
km vor Faschina, beim Stutztobeltunnel, auf dem Güterweg über das Zafer Fürkele (1871 m)l zur Zafern Alpe fährt. Von der Zafern Alpe dann über einen interessanten Singletrail
zur Hinteren Kriegboden Alpe und schon bald auf dem oben beschriebenen
Abfahrtsweg über die Schneeloch Alpe abwärts nach Au. Bei dieser höchst interessanten
Variante muß man allerdings nochmals zusätzlich ca. 350 Höhenmeter einplanen.

Variante 2-Tages-Tour (oder Extremtour für die ganz Harten)
Viele bauen die Runde gleich zu einer 2-Tagestour aus, indem sie vor Buchboden zur
Klesenza hochfahren, dort zur Laguz Alpe queren  und über den
Garmil Sattel nach Sonntag fahren. Von dort auf Asphalt Ri. Faschina und wie bei Variante Zafern Alpe beschrieben weiter. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es auf der Biberacher Hütte, wie auch auf der
Klesenza – und der Laguz Alpe. Diese 2-Tagestour ist nun wirklich eine Tour der Superlative mit Traum-Landschaften, interessanten Bike-Wegen und wunderschön gelegenen Einkehrmöglichkeiten
– aber eben nur für die „Hartgesottenen“. Geschätzte 75 km und 3300 Höhenmeter sprechen wohl für sich.

 Die Tourenführung auf der Karte führt von Buchboden noch über die Laguz Alpe. Das ist als sehr schöne 2-tagestour oder als E-Bike Runde zu empfehlen.

Der Bregenzerwälder Autor Franz Michael Felder hat in einem seiner Bücher festgestellt, daß sich seine Landsleute „nicht nur durch Abstammung und Herkunft , sondern durch ihre Erziehung von der übrigen Welt unterscheiden“. Viele Jahre später schlug ein anderer „Wälder“, der Skisprungolympiasieger Toni Innauer in dieselbe Kerbe, als er sich in seiner Autobiografie, als einen der letzten Ureinwohner Österreichs bezeichnete, „der bis zum Schuleintritt auf dem Berg lebte, jede Kuh beim Namen kannte und nur zum Impfen ins Tal kam.

Ja, der Bregenzerwald ist tatsächlich anders, ursprünglichrer als das übrige Vorarlberg. Hinter den nicht allzuhohen Bergen, die den Bregenzerwald von der Außenwelt abschirmen, hat er sich einige seiner charakteristischen Eigentümlichkeiten bewahren können: Die prächtigen Bauernhäuser, die Sprache, die farbenfrohen Alpabtriebe, die hier ganz besonders zelebriert werden und im Alptag bei Schwarzenberg in einem großen Fest kulminieren oder das Traditionsbewußtsein der Frauen, die zum Kirchtag noch die alte Wälder-Tracht tragen. Und wer einmal ein paar Tage auf einer Alp oder einem Vorsäß, wo manche Familien den ganzen Sommer im Stile ihrer Vorfahren ganz ohne Luxus verbringen – mancherorts noch ohne elektrisches Licht und fließendes Wasser – , wird kaum glauben, daß er kaum 200 Kilometer von München entfernt ist.
Der Bregenzerwald ist ein Land von Bauern und Handwerkern. Vor allem aber ist es ein Land der Alpen. Mehr als 400 soll es davon geben. Das sind mehr als in jeder anderen Region Österreichs. Und die meisten dieser Alpen wurden in den letzten Jahrzehnten mit Güterwegen erschlossen. Davon profitieren heute nicht nur die Alpsennen sondern auch die Biker, denen im Bregenzerwald zwischen Bodensee und dem Arlberggebiet ein schier unerschöpfliches Wegenetz zur Verfügung steht, das auch großzügige mehrtägige Rundtouren ermöglicht.
Im nördlichen Teil des Bregenzerwalds prägen sanft geschwungene, grüne Hügel das Landschaftsbild, das sehr stark an das benachbarte Westallgäu erinnert. Mancherorts verleihen tief eingeschnittene Flußtäler der beinahe kitschigen Landschaftsidylle etwas wildere Züge. Je weiter man der Bregenzerach, dem Hauptfluß der Region, flußaufwärts folgt, umso konturenreicher und gebirgiger wird das Gebiet, bis man schließlich bei Schoppernau das von hohen Bergen eingeschlossene Talende erreicht. Dieser Topographie entsprechend nimmt der Schwierigkeitsgrad des Bike-Geländes von Nord nach Süd zu. Während im Vorderwald vor allem Biker auf ihre Kosten kommen, die nicht endloser Steilanstiege bedürfen, um ihre Glückseligkeit auf dem Bike zu erreichen, werden die Anstiege schon ab Bezau deutlich kräfteraubender. Erreicht man schließlich bei den Orten Au/Schoppernau das von hohen Bergen eingekesseltete Talende, eröffnet sich dem Biker ein Eldorado, das sich auch mit den großen Zentren dieses Sports messen kann.
Wer sich hier mit seinem Bike eingenistet hat, kann lange Anfahrtswege vergessen. In alle Richtungen führen Touren direkt aus dem Tal in die nahen Berge. Was aber den Standpunkt im hintersten Bregenzerwald ganz besonders attraktiv macht, ist seine Nähe zu den benachbarten Bike-Regionen des Großwalsertals und des Arlbergs, die sich in ihrem Landschaftscharakter doch deutlich vom eher lieblichen Bregnzerwald unterscheiden.. Es ist diese Vielfalt, die die Tourenregion Au/Schoppernau von anderen abhebt. Die Touren rund um die Kanisfluh oder über den Stogger Sattel nach Schönenbach führen durch eine weitläufige grüne Alplandschaft. Die Berge sind noch nicht so schroff wie in den nördlich anschließenden Lechtaler Alpen, die Anstiege nicht allzu steil. Typisch Bregenzerwald eben. Gerade richtig, um die Seele im Urlaubstakt baumeln zu lassen. Da findet man auch Zeit um bei einer Portion Käsknöpfle, etwa im weithin bekannten Gasthof Egender in Schönenbach, einen Ausflug in die kulinarische Welt des „Waldes“ zu machen. Ganz anders die tälerübregreifenden Touren ins Großwalsertal und ins Arlberggebiet. Sie entführen die Biker in hochalpine Regionen mit unvergleichlichen Bergpanoramen, fordern aber als Gegenleistung einen deutlich erhöhten Einsatz. Vor allem die Tour über die Biberacher Hütte ins Großwalsertal bietet alles, was einen gemäßigten Biker schrecken kann: Einen extrem steilen Anstieg zur Biberacher Hütte, einen gefährlichen Singletrail mit längerer Schiebepassage von der Biberacher Hütte zur Iscarnei Alpe und ganze 1900 m Höhenunterschied. Manch einer wird sich auf der Biberacher Hütte überlegen, ob er nicht nach einem „Boxenstopp“ wieder auf dem Anstiegsweg ins Tal zurückrollen soll. Eine deutlich bessere Lösung ist es aber, die lange Tagestour ins Walsertal auf zwei Tage auszudehen und dafür einen Schlenker über die Klesenza Alpe zur Laguz Alpe einzubauen. Den Blick vom Garmil Sattel zur Roten Wand wird niemand, der ihn sich auf dem Bike verdient hat, je wieder vergessen.
Etwas gemäßigter ist die Runde über den Auenfeldsattel zum Spullersee im Arlberggebiet. Sie ist vielleicht das schönste, was Vorarlberg einem Biker zu bieten hat. Leider – und das ist auch schon der einzige Schönheitsfehler dieser Runde – muß man von Lech auf einer Asphaltstraße nach Schoppernau zurückkehren. Angesichts derartiger Leckerbissen geraten Routen, die andernorts zu den Top-Touren zählen würden, wie etwa die Runde ums Zafernhorn oder der Abstecher über Damüls zur Uga, geradezu in Vergessenheit. Und dann warten da immer noch die Trails am Diedamskopf oder zur Analpe oder gar eine mehrtägige Bregenzerwaldumrundung. Würde Franz Michael Felder heute noch Leben würde er erkennen, daß sich nicht nur seine Landsleute sondern auch die Bike-Trails im Bregenzerwald von der übrigen Welt unterscheiden.
Man kann sich als Biker getrost für eine Woche oder mehr in dieser Ecke des „Waldes“ einigeln und Tag für Tag eine neue großartige Rundtour starten. Je besser man das Gebiet kennenlernt, umso mehr neue Möglichkeiten ergeben sich. Man denke beispielsweise an den bisher noch nicht erwähnten Abstecher über die Salzböden ins Rheintal mit den herrlichen Ausblicken über den Bodensee oderdie einmalige Möglichkeit, vom Bodensee quer durch den ganzen „Wald“ nach Au anzureisen. Ja, für den „Normal-Biker“ wird es wohl nur ein größeres Problem geben: Die Kondition wird mit den immer neuen Plänen und Möglichkeiten nicht mithalten. Macht nichts! Die „offenen Rechnungnen“ kann man ja bei einem zweiten Besuch dieser Region begleichen.