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Lykischer Weg

Aktualisiert: 17. Feb. 2021

Der Lykische Weg ist ein Weitwanderweg im Süden der Türkei. Er führt über eine Distanz von 509 km von Fethiye nach Antalya.

Es war November 19, Armin und ich hatten ein paar Tage frei, die wir mit einer Kombination aus Sonne, Wandern und Baden ausfüllen wollten. Da bot es sich an, ein paar Etappen des Lykischen Weges, der stets in Meeresnähe verläuft, zu begehen.

In Antalya herrschte spätsommerliches Klima, als wir ankamen. Wir konnten unser Einstandsbier abends in der Altstadt noch im Freien trinken.


Blick aus dem Hotelzimmer auf den Yachthafen von Antalya

Nach ausgiebigem Frühstücksbuffet in einem unglaublich billigen und guten Hotel - das Nachsaison-Preis-Leistungs-Verhältnis der Türkei ist unschlagbar - organisierten wir ein Taxi, das uns in ca. 30 min zum Ausgangspunkt der Wanderung beim Klettercamp Geyikbayiri bringen sollte.


Kletterer in Geyikbayiri




Geyikbayiri - Hisarcandir (31 km/1900 hm auf der Originalroute/wesentlich weniger auf der von uns begangenen Variante) Armin gab auf maps.me Hisarcandir, unser erstes Etappenziel ein: Knapp 31 km. Das entsprach genau den Angaben in unserem Führer, nur die Höhenmeter stimmten nicht. Aber das kommt bei maps.me öfter vor. Deshalb ignorierten wir dieses Detail. Anfangs fanden wir noch einige der spärliche gesäten Markierungen. Irgendwann blieben sie dann aber ganz weg. Der Weg entspracht absolut nicht unseren Erwartungen. Breite Güterwege und Asphaltstraßen. Kurzum: Häßlich. "Wenn das der Lykische Weg sein soll", kamen wir zum Schluß, "werden wir uns wohl bald nach einer Alternative umschauen müssen."

Irgendwann wurde zur Gewißheit, was wir schon bald vermutet hatten. Wir befanden uns nicht auf dem Lykischen Weg. Es war ein unglücklicher Zufall, daß die Entfernung der von maps.me gewählten Route ziemlich genau jener im Führer entsprach.


Breite Güterwege und Asphaltstraßen auf unserer ersten Etappe


In Hisarcandir fragten wir ein paar ältere Männer nach einem Laden. Fehlanzeige. In Hisarcandir gab's nichts zu kaufen außer ein paar Äpfel. Als wir uns ein wenig unterhielten, entfernte sich einer der Männer und kam wenig später mit einem Sack voll Brot zurück. Wir liefen noch ein wenig weiter und stellten an einem ruhigen Platz unser Zelt auf. Als Abendessen gab's Brot und Äpfel.

Hisarcandir - Göynuk (26 km/755 hm/1570 hm Abstieg/wenn man nicht, wie wir, einen Umweg macht)

Am folgenden Tag wanderten wir auf einer Asphaltstraße zu einem kleinen Paß. Dort führte ein schöner Wanderweg links abwärts, während uns maps.me auf der Asphaltstraße halten wollte. Noch einmal würden wir nicht auf den Trick hereinfallen, zumal der Wanderweg ganz gut zur Beschreibung im Führer paßte. Der Weg wurde immer steiler und schwieriger.

"Das ist für einen Weitwanderweg viel zu schwierig.", meinte Armin. "So etwas müßte im Führer erwähnt werden."

Wir staptfen den ganzen Weg wieder hoch. Nach 2 Stunden standen wir wieder auf dem Paß und folgten ganz problemlos der von maps.me vorgeschlagenen Route abwärts nach Göynuk. Kurzum: Die Beschilderung am Lykischen Trail ist scheiße.

Am Ende des Abstiegs landet man in einem Naturpark. Wenn man gleich die nächste Etappe anschließen würde, müßte man den Park gar nicht verlassen und könnte dem Fluß entlang wieder aufsteigen. Wenn man übernachten will, muß man aber raus und am nächsten Tag am Eingang Eintritt bezahlen.