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Pamir Highway

Aktualisiert: 17. Feb. 2021

Im Herbst 2019 planten wir den Pamir Highway, eine der höchsten und spektakulärsten Straßen ´mit Pässen jenseits der 4000 m-Grenze, zu befahren. Um nicht nur im Auto zu sitzen, hatten wir einige Wanderungen entlang der Strecke eingeplant. Der einzige Haken an der Sache: Wir hatten gerade mal 3 Wochen Zeit.

Fazit nach absolvierter Reise: Bei guter Vorabplanung und Bereitschaft zu einem "gedrängten Programm" - manche würden von Freizeitstreß sprechen - kann man eine absolute Top-Reise erleben, bei der man viele Höhepunkte der Region besuchen kann. Trotzdem: Wer es sich leisten kann, sollte sich zumindest 5 Wochen Zeit nehmen. Hier nun ein Reisetagebuch mit den wichtigsten Infos, die potenziellen Pamir-Highway-Aspiranten ein paar Anhaltspunkte für eine Reisplanung bieten.


9.9.19: Flug über Türkei nach Bishkek (Hauptstadt von Kirgisien/ca. 6 Std). Das Hotel Interhouse, ein einfaches "Globetrotter-Hotel", hatten wir schon zuhause gebucht. Am Flughafen wartete das Taxi, das wir ebenfalls schon vorab zusammen mit dem Hotel gebucht hatten (US§ 10 fürs Shuttle). Unser erster Weg führte uns zur Reiseagentur Travel Land, über die wir einen Geländewagen, einen Nissan Patrol, gebucht hatten. (US§ 1300 für 17 Tage).

Danach ein Abstecher auf den sehenswerten Osh -Basar. In der Nähe des Hotels fanden wir dann noch ein ausgezeichnetes georgisches Lokal. Ein perfekter Auftakt.


Bild 1: Schild im Frühstücksraum des Interhouse: Bitte waschen Sie ihr Geschirr selbst ab!

10.9: Wir holen unser Aurto ab und fahren in Richtung Ala Archa Nationalpark, wo wir unsere erste Wanderung machen wollen. Auf halbem Weg kehren wir wieder um. Der rechte Stoßdämpfer "klopft". Die Leute schauen sich das kurz an und sofort wird der Stoßdämpfer ausgetauscht. Überhaupt ist die ganze Abwicklung bei Travel Land absolut perfekt und empfehlenswert.

Mit etwas Verspätung fahren wir dann wirklich in den Nationalpark. Beim Alplager (2100 m) starten wir am frühen Nachmittag unsere Wanderung zur Ratsek-Hütte (3200 m). Wir hatten ein Riesenglück: Es hatte am Vortag geschneit. Ich hatte schon viele schöne Bilder von der Wanderung gesehen, aber jetzt, nach den Schneefällen war die Landschaft noch um vieles schöner als auf all diesen Bildern. Eine traumhaft schöne Wanderung und wiederum ein perfekter Tagesabschluß in "unserem" georgischen Lokal.


11- 12.9: Fahrt nach Sary Moghol:

Am 2. Tag machen wir einen längeren Zwischenstopp in Osh, der zweitgrößten Stadt Kirgisiens. Wir decken uns mit Lebensmitteln ein. Hinter Osh beginnt der Pamir Highway. Für die nächsten Tage werden die Verpflegungsmöglichkeiten bescheidener sein. Außerdem werden wir in Tadschikistan immer selbst kochen. Das hat einen einfachen Grund. Im Vorfeld dieser Reise haben wir uns viele Berichte von Reisenden angeschaut, und in fast jedem war von mehr oder weniger schweren Durchfallerkrankungen die Rede. Viele Weltreisende sprechen in dieser Beziehung vom schlimmsten Land, das sie kennen.

In Osh gibt es ein gutes Tourismusbüro, in dem wir uns Infos und Karten für unsere nächste Wanderung holen. Danach vertreten wir uns unsere Autofahrerbeine bei einer kurzen Wanderung (ca. 200 hm) zum heiligen Berg von Osh, dem Suleiman Too. Bis knapp unterhalb des Gipfels ist man gemeinsam mit vielen anderen unterwegs. Dort befindet sich nämlich ein vielbesuchtes Mausoleum. Auf den letzten Metern zum Gipfel, der eine herrliche Aussicht über die Stadt bietet, ist man dann meist allein unterwegs, weil man dafür eine kurze Kraxelstelle überwinden muß.

13.9.: Sary Mogul/Wanderung Besh Köl:

Um den Ausgangaspunkt für die Wanderung zum Paß oberhalb der 5 Seen (Besh Kol/ca 4100 m) erreichen, muß man erst ein längeres Stück auf einer desolaten Piste von Sary Mogul flußaufwärts fahren. Ich war noch nie zuvor mit einem Geländewagen gefahren und dachte, das Auto würde jeden Moment auseinanderfallen. Ich habe dann im Lauf dieser Reise gelernt, was mit solchen Autos möglich ist und - vor allem - was sie aushalten. Nach ca. einer Stunde, in der wir kaum mehr als Schritttempo fuhren, war die Piste plötzlich zu Ende. Wir wollten schon wieder umkehren, als wir auf der anderen Seite des Flusses einen Geländewagen sahen. Offensichtlich war dort die richtige Piste. Normalerweise konnten wir maps.me trauen, aber dieses Mal hatte es uns auf die falsche Fährte geführt. Wir hatten nun die Wahl, den ganzen Weg zurückzufahren oder.....

Wie gesagt: Ich war ein Opel Corsa-Fahrer. Ich hatte keine Ahnung, was so ein Nissan Patrol hergibt. Ich watete über fußballgroße Geröllbrocken durch den Fluß auf die andere Seite. Richtig große Hindernisse konnte ich keine ausmachen und auch die Ausfahrt aus dem Fluß schien mir durchaus machbar. Es war eine schwierige Entscheidung. Sollten wir steckenbleiben, lag eine längere Fußwanderung vor uns. Und würde sich in dem kleinen Dorf überhaupt ein Abschleppwagen finden? Aber den ganzen Weg wieder zurückfahren und auf der anderen Seite wieder hoch. Ich schaltete erstmals das Allradgetriebe ein und gab Vollgas und schon standen wir auf der gegenüberliegenden Flußseite. Kein Problem für so einen Nissan Patrol. Aber woher hätten wir das wissen können.

Schon bald erreichten wir den Ausgangspunkt unserer Wanderung. Die nachfolgende Wanderung war dann spektakulär schön und und zog sich, obwohl wir höchstens zwischen 1100 und 1300 Höhenmeter zurücklegten, ordentlich in die Länge. So kam es, daß wir nochmals in Sary Mogul übernachteten, obwohl wir geplant hatten, gleich auf dem Pamir Highway weiterzufahren.

13.9 - 16.9: Fahrt von Sary Mogul über Murghab und Ishkashim ins Bartang Valley

Von Sary Tash (Kirgisien) bis Murghab (Tadschikistan) führt der Pamir Highway durch eine Hochgebirgswüste mit Pässen bis zu 4655 m Höhe (Ak Baital). Man bewegt sich meist in Höhen nahe der 4000 m Grenze. Hinter Murghab verlassen wir, wie fast alle Touristen, den eigentlichen Pamir Highway, der auf direktem Weg nach Chorog führt, und machen einen Umweg über das tiefer gelegene, fruchtbare Wakhan Tal. Die Straßen treffen in Chorog wieder aufeinander. Die Straße folgt im Wakhan Tal dem Grenzfluß Panj - auf der einen Seite Tadschikisten, auf der anderen Afghanistan. Die Landschaft mit grünen Oasen und tiefen Schluchten zählt zum Spektakulärsten, was ich auf meinen Reisen je gesehen habe. Das gilt nicht nur für den Pamir Highway und das Wakhan Tal, sondern für die gesamte Strecke bis Duschanbe und auch noch von dort weiter Richtung Usbekistan.


(Die Soldaten auf den Bildern unten warteten mitten im absoluten Nirgendwo auf ein Auto, das sie in ihre 50 km entfernte Kaserne mitnähme. Wir hatten die Sitzbank ausgebaut. Das störte sie nicht. Ihre Kaserne - im Hintergrund erkennbar - stand wiederum inmitten von Nirgendwo. Ich hatte meinen Grundwehrdienst in Absam/Tirol abgedient und hatte gemeint, das sei der Arsch der Welt. Ich werde nie mehr jammern.)


17.9.: Bartang Valley: Wanderung nach Jizeu - Fahrt nach Kalai Kumb

Hinter Chorog machen wir einen Abstecher ins Bartang Tal. Auf einer sehr schlechten Straße folgen wir dem Bartang-Fluß und erreichen nach ca 23 km eine Hängebrücke. Von dort